LOS - Der erste öffentliche Auftritt

Der erste große öffentliche Auftritt des Jugendtheaters L O S fand im Oktober 2006 im Weiten Theater in Berlin statt. Anlass war die Berufsmesse; Gastgeber waren das JobCenter Berlin-Lichtenberg und die Agentur für Arbeit Berlin-Mitte

 

Drei große Szenerien sollten von den Schauspielern bewältigt werden: Die Poetische Kammer, eine szenische Lesung und die Einbindung der Zuschauer in die szenische Lesung über ein fiktives Assessmentcenter, in welchem sich die Zuschauer als Bewerber für den innovativen neuen Beruf des "Schuheinläufers" bewähren durften. Der "staatlich geprüften Schuheinläufers", wurde von Ingrid Marschang bereits 1996 fürs Fernsehen als Satirespot kreiert und in KULTURZEIT EZETERA, SDR Stuttgart gesendet. 

 

Zum Projekt gehörte auch die Dokumentation des Verlaufes mit einer einfachen Videokamera durch die Teilnehmer selbst, welche die Atmosphäre dokumentarisch einfangen sollte, ohne Schnitt und Retusche. Drei Videoausschnitte sollen einen Eindruck vermitteln.

Hinter den Kulissen

Letzte Anweisungen werden gegeben, der Roboter geschminkt und Kostüme gerichtet. Freche Bemerkungen zwingen die Aufregung nieder.

Assessmentcenter für den Beruf des Schuheinläufers

Die Zuschauer laufen den Parkour des Assessmentcenters entlang und befolgen die Anweisungen der Schauspieler. Hier auf der Teststrecke kann so mancher Beamte und Angestellte des Jobcenters seine neue Berufung finden: die Ausbildung zum "staatlich geprüften Schuheinläufer". 10 Jahre nach der Ausstrahlung des Satirespots im SDR konnte der Beruf durch die Beamten der Bundesagentur für Arbeit in Berlin nun persönlich getestet werden. Ein Beruf mit Zukunft! Er wurde von der Selbsthilfegruppe der Langzeitarbeitslosen Berlin-Brandenburg angeregt, die pro Jahr und Person stolze 700 Kilometer zwischen Sozialamt, Flaschenrückgabestelle und Wohnung zurück legen.

Der Roboter wird gewartet und instruiert

Der kleine Roboter, der als Hilfspersonal zwei Mechaniker mit sich führte, hat eine Begrüßungshand und ein bezauberndes Lächeln. Er kontaktierte die Gäste und übergab die Einladungen für die Poetische Kammer.

Die Poetische Kammer

Die Poetische Kammer, die von den Jugendlichen mit der Künstlerin nach deren Konstruktion gemeinsam gebaut wurde, ist ein besonderer Ort, der einen aus dem Alltag herausnimmt, eine Art "Zeitloch" ohne Licht, in welches der Hörer eintaucht. In der völligen Dunkelheit der Kammer, die auch den Reiz des kindlichen Versteckes hat, ist man mit sich selbst und mit den Stimmen alleine, die durch die "Sprechlöcher" ins Dunkel dringen. Stimmen, die Gedichte vorlesen, Poetisches flüstern, im Chor sprechen. Stimmen, die Geräusche machen. So dringt ins dunkle Versteck das Säuseln des Windes, das Jammern eines Erhängten oder die Liebeserklärung eines Jünglings -  Gernhardt und Morgenstern.

 

Idee und Konstruktion der Poetischen Kammer und der Kostüme sind von Ingrid Marschang. Die Schauspieler bauen die Kammer auf, bevor sie sich um den Gast in der dunklen Mitte postieren, um ihn mit ihrem poetischen Hörstück zu bezaubern.