Die Theater- und Kunstpädagogische Werkstatt

 

als praxisorientiertes Konzept

 

Konzeption und Durchführung: Ingrid Marschang

Puppen- und Objektbau: Ingrid Marschang

 

 

  • Sozialkompetenztraining
  • sinnliche Kommunikation
  • Anti-Mobbingtraining 
  • Gewaltprävention

 

 

 

 

 

"A l l t a g  i m  T h e a t e r" - „T h e a t e r  i m  A l l t a g"

 

In einer modernen Leistungsgesellschaft werden hohe Erwartungen an jeden einzelnen gestellt. Tagtäglich spielen wir eine Rolle im Arbeitsleben, die uns scheinbar Unmögliches abverlangt: Wir müssen unsere Gefühle unter Kontrolle haben, belastbar und flexibel sein, selbstständig Entscheidungen treffen, komplexe Handlungen organisieren, Verantwortung zeigen, emotionale und kommunikative Kompetenz besitzen. Stets befinden wir uns dabei in Kommunikation mit anderen Menschen. Vom Schüler und Lehrling bis zur Chefetage ist jeder Mensch eine zentrale Schaltstelle der Kommunikation, wo fachliche und soziale Kompetenz zusammentreffen. Missverständnisse, Stress, Aggressionen, Mobbing, Angstneurosen und gesundheitliche Schäden sind hier für den einzelnen vorprogrammiert. 

 

Warum Theaterspielen?

Was hat Theaterspielen mit der täglichen Aufgabenstellung am Arbeitsplatz zu tun? Die Antwort ist so einfach wie verblüffend: Der eigene Körper, das eigene „Ich", ist die kleinste universelle Bühne. Jeden Morgen erwecken wir diese Bühne bewusst zum Leben, tragen sie zum Arbeitsplatz und spielen darin um unsere Existenz. Wer hier seine Rolle erfolgreich spielen will, muss das Spielen zuallererst lernen! Das ist harte Arbeit an sich selbst. Wer Theater spielt, geht auf Entdeckungsreise. Vor allem für Jugendliche ist dies eine geeignete Form des Lernens. Permanent muss man eigene Hemmschwellen überschreiten und Situationen bewältigen, die nicht planbar sind. Dabei entwickelt man eine humoristische Distanz zu den Problemen des Schul- oder Arbeitsalltages und den eigenen Ängsten. Denn beim Theaterspielen geht es um die Stärkung der Kommunikationsfähigkeit, um das Entdecken innovativer Lösungswege und vor allem darum, das eigene Kritikvermögen zu schulen. Man kommt über das sinnliche Erleben zur Erkenntnis, und es erfordert mehr, als eine eindeutige Interpretation der Welt zu liefern und sich der herrschenden Moral zu beugen. 

 

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt." Mit dieser Erkenntnis hat der Dichter Friedrich Schiller schon 1795 etwas Entscheidendes über die Bedeutung des Spielens für den Menschen ausgesagt: Die Bindung an die Realität macht uns sorgenvoll und furchtsam, das Spiel der Erkenntniskräfte macht uns frei. Die Leichtigkeit des Spiels kommt nicht zum Ernst des Lebens hinzu, sondern sie macht das Leben für den Menschen erst lebbar.

 

Die tagtägliche Arbeit nimmt nicht nur einen wesentlichen Teil unserer Lebenszeit in Anspruch, sie ist auch Teil unseres Soziallebens. Eigenverantwortliches Handeln und lebendige Kommunikation können hier nicht einfach nachgeahmt werden. Sie müssen spielerisch erlernt werden. 

 

Im geschützten Raum (vor Ort an Schulen oder Betrieben) und in öffentlichen Auftritten entdecken die Teilnehmer der theater- und kunstpädagogischen Werkstatt mit ungewöhnlichen Mitteln ungewöhnliche Fähigkeiten. Sie entwickeln soziale Kompetenz und das Selbstbewusstsein, ein menschlicheres Arbeitsklima zu schaffen. 

 

  

Theaterarbeit als Schlüssel zu Sozial- und Alltagskompetenz

Die individuellen Bedürfnisse des einzelnen stehen im Mittelpunkt der Projektarbeit von Ingrid Marschang und werden zum methodischen Ausgangspunkt des Arbeitens gemacht. Denn künstlerisches Schaffen knüpft an die Sehnsucht nach Anerkennung und Handlungsfähigkeit an, stellt aber gleichzeitig konkrete gesellschaftliche Sinnbezüge her. Die theater- und kunstpädagogische Werkstatt erobert in kleinen Schritten die reale Welt als sinnvolles Betätigungsfeld zurück. Sozialkompetenz und kommunikative Fähigkeiten müssen prozessorientiert erarbeitet und gesichert werden, denn es geht grundsätzlich um die Bereitschaft, sich am gesellschaftlichen Leben als solches aktiv beteiligen zu wollen. Dafür muss der einzelne - oft auch entgegen gesellschaftlicher Realitäten - ein positives Lebensgefühl entwickeln und seine Mitmenschen weniger als potenzielle Konkurrenten bekämpfen wollen, sondern vielmehr als Mitstreiter um menschlichere Lebens- und Arbeitsbedingungen sehen.

 

Die fortlaufende Entwicklung ihrer Theaterarbeit an unterschiedlichen Institutionen und mit Menschen aus den unterschielichsten Berufszweigen zeigt, dass viele der Teilnehmer durch die Theaterarbeit eine  Persönlichkeitsentfaltung durchleben, die sie auch dazu befähigt, berufliche Rückschläge zu verkraften und selbstbewusst nach „außen" zu treten. Letzteres heißt auch, eine kritische Sicht auf den Arbeitsmarkt zu entwickeln und seine Persönlichkeit nicht einer Leistungsdefinition unterzuordnen, die allgegenwärtig ist. Marschangs Erfahrung zeigt auch, dass dieses Selbstbewusstsein im Laufe der gemeinsamen Arbeit zu verantwortungsbewusstem Handeln führt und Mobbing am Arbeitsplatz vorbeugt. Menschen, die das Spielen erlernt haben, finden kreative Lösungen für Konflikte, „kämpfen" nur im Spiel und vermeiden die Gewalt im Leben. Für die Teilnehmer wird die Theaterwerkstatt zu einem wichtigen Schlüsselerlebnis bei der Bewältigung der tagtäglichen Aufgaben.

 

 

Improvisation im Alltag ist gefragt

In der Theaterwerkstatt wird in kleinen Gruppen unter professioneller Anleitung und mit kreativen Hilfestellungen gearbeitet. Mit einer Problemanalyse werden regelmäßig individuelle Konflikte und Ängste des tagtäglichen Lebens herausgefiltert und die Fähigkeit der Metakommunikation gefördert. Das Spiel selbst eröffnet dann eine humorvolle Sicht auf die Problematik, in der sich die Spieler wieder erkennen. Hierbei geht es nicht um aufwendige Inszenierungen klassischen Theaterzuschnitts, sondern um Dialoge und Improvisationen, die das „Alltägliche" zu etwas „Besonderem" machen. Humor und Fantasie sind dabei die wichtigsten Strategien zur Problembewältigung und Vermeidung tragischer Konflikte. Sie erlauben eine Distanz zum alltäglichen Geschehen und die Möglichkeit, neue Kommunikationsformen zu erproben, die auch den Arbeitsalltag bereichern.

 

 

Herstellung und Integration von künstlerischen Objekten

In der theater- und Kunstpädagogische Werkstatt werden die Teilnehmer mit unterschiedlichen Materialien und Problemstellungen konfrontiert und lernen auch, verschiedene Kommunikationsbereiche zu verbinden. Sie stellen deshalb selbst Kunstobjekte her, die thematisch und praktisch in das Theaterspiel miteinbezogen werden. Das Herstellen von Kunstobjekten führt stets zu einer regen Kommunikation, zu organisierter Teamarbeit und zu innovativen Ergebnissen. Wobei es nicht darum geht, kostenintensive Materialien zu verarbeiten, sondern das alltägliche und leicht zugängliche Material als Inspirationsquelle zu nutzen und in neue, phantasievolle Bedeutungszusammenhänge einzubinden. Die Objekte selbst dienen ihrerseits als Anregung zu szenischem Spiel. Durch diese vielfältigen künstlerischen Gestaltungsformen wird die Bereitschaft gefördert, einseitiges Denken abzulegen, sowie Handlungswillen und Experimentierfreudigkeit zu entwickeln. Intuition und Inspiration werden zu nützlichen Helfern im Alltags- und Berufsleben, die eine positive Wahrnehmung der Wirklichkeit ermöglichen. Das „Nach-außen-treten" durch Kunst und Theater bei öffentlichen kleinen Aufführungen, schafft zudem Selbstvertrauen und konkrete Sinnbezüge durch die Interaktion mit dem Publikum, welches meist zufällig und nicht planbar den Weg der Spieler kreuzt.

 

 

Das Ziel

Die Frage nach der sozialen Kompetenz steht im Mittelpunkt jeden verantwortungsbewussten Handelns. Die zunehmende soziale Kälte der Berufswelt, die ihren Schatten auch weit voraus in den Schulalltag wirft, macht kreative Konzepte für ein menschlicheres Miteinander unumgänglich. Ziel ist es nicht, sich der herrschenden Leistungsideologie zu unterwerfen und funktionsfähig für die Arbeitswelt zu sein. Die Künstlerin will das Kritikvermögen schulen und den Widerstand gegen diese Konditionierung stärken. Das erreicht sie über humor- und phantasievolles Theater. Dabei erlernt man Kommunikationsstrategie, die eine souveräne Postion erfordern. Insbesondere der Humor ist eine Strategie, Herrschaftssprache zu durchschauen oder zu karikieren. Im Optimalfall schafft man durch die Theaterprojekte Lebensfreude und kann auch Solidarität mit den Schwachen in unserer Gesellschaft vermitteln. Dies sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine soziale Verortung in der Gesellschaft, damit sich für den einzelnen das verschlossene „Fenster zur Welt" öffnet.

 

 

Der Einsatz der Kunstobjekte

Die Kunstobjekte von Ingrid Marschang, setzt die Künstlerin immer wieder kostenfrei in den verschiedenen Projekten ein, um Kinder und Jugendliche zu fördern. Darüber hinaus sind diese Objekte ein Veranstaltungshighlight, welches dem Image jeder Schulen zugute kommt. Der Nachbau und die gewerbliche Nutzung dieser Objekte ist untersagt; eine Nutzung der Objekte kann nur mit dem Einverständnis der Künstlerin erfolgen sowie unter ihrer Regie und Aufsicht.

 

 

 

 

Die Urheberrechte für Text, Idee und alle künstlerischen Objekte sowie Puppen bleiben bei Ingrid Marschang. Das Material darf nur mit ausdrücklicher und gefälliger Zustimmung der urheberrechtlichen Inhaberin verwendet werden.