Die Methode Rosalie

Der Einsatz des zertifizierten Therapiehundes Rosalie ist inzwischen Methode geworden, welche erfolgreich praktiziert wird. Mein Mopsmädchen ist im Zuge der Theaterprojekte regelmäßiger Gast an unterschiedlichen Schulen. Mit ihren sieben Kilo Gewicht und 20 Zentimeter Schulterhöhe ist sie die leichteste und kleinste Besucherin der Schule – allerdings mit der größten Wirkung. Denn Rosalie ist soziales Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, Harmoniesucht und Geduld praktisch in die Wiege gelegt und durch eine gute Erziehung und Ausbildung verfeinert worden. Die Gastauftritte des inzwischen drei Jahre alten Mopses, der sich (regelmäßig ärztlich attestiert) bester Gesundheit erfreut, wird von Klein und Groß jedes mal heiß herbeigesehnt - obwohl es immer mal wieder eine Schule gibt, welche einen Haushitler in der Chefetage beherbergt, der den Einsatz des Mopses verbietet und einen MAD (Mopsabwehrdienst) einrichtet.

 

Der Therapiehund ist ein "sozialer Katalysator". Über das gemeinsame Interesse am Tier können zerstrittene Parteien wieder zueinander finden; es findet eine Art Stressprävention durch den Körperkontakt zum Tier statt. Durch ihre Anschmiegsamkeit vermittelt Rosalie das Gefühl von Wärme, Vertrautheit und Sicherheit. Der Therapiehund ist das verbindende Element, ein Friedensstifter, der eingefahrene Verhaltens- und Gesprächsmuster durchbricht und eine emotionale Basis schafft, die den Raum für eine gelungene Kommunikation öffnet.

 

Um es mit den Worten des Arztes und Psychoanalytikers Alexander Mitscherlich zu sagen:

 

Der junge Mensch braucht Seinesgleichen,

Tiere, überhaupt Elementares:

Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum.

Man kann ihn auch ohne das alles

aufwachsen lassen, mit Teppichen, Stofftieren oder auch

auf asphaltierten Straßen und Höfen.

Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht wundern,

wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen

nie mehr erlernt.“